Väter möchten ihren Kindern ein „guter“ Vater sein, sie möchten geliebt werden und im Beruf erfolgreich sein. Wo und wie setzen sie dabei Schwerpunkte, wie gehen Väter mit diesen Herausforderungen um?

Die beruflichen und privaten Erwartungen an Väter sind in den letzten Jahren nicht weniger geworden. Im Beruf werden immer stärker Flexibilität, Zeitmanagement, längere Arbeitszeit, Mobilität gefordert. Stress am Arbeitsplatz als Krankheitsursache nimmt zu, davon sind auch Väter nicht ausgenommen. Gleichzeitig sollen und möchten zunehmend mehr Männer Verantwortung und Arbeiten in der Familie übernehmen. Die junge Tochter oder den Jungen Sohn zu erleben und zu begleiten, wird immer mehr Vätern wichtig. Auch die Pflege älterer Angehöriger gewinnt an Bedeutung.

Die Rolle des alleinigen Ernährers der Familie entspricht nicht den modernen Anforderungen an Väter. Zunehmend suchen die Mütter ihrer Kinder berufliche Herausforderungen. Mädchen und Jungen brauchen Fürsorge, Emotionalität und Hingabe von Männern genauso wie von Frauen. Junge Frauen erlernen diese Qualitäten im Prozess des Erwachsenwerdens eher als junge Männer, von denen das trotz des sich wandelnden Männerbildes weniger erwartet wird, und die entsprechende Lernfelder weniger suchen als junge Frauen.

Wenn Männer diese Widersprüche im Vatersein spüren ist es auf Dauer sinnvoller, sich mit ihnen auseinanderzusetzen statt sie zu leugnen – auch wenn es zunächst ein anstrengenderer Weg zu sein scheint.

Unsere  Bildungs-, Beratungs- und Freizeitangebote greifen diesen Umgang mit väterlichen Widersprüchen auf. Wir verstehen unsere Angebote für und Arbeit mit Männern und Vätern als einen Beitrag, Vätern die Möglichkeit zum Austausch unter Vätern zu geben und ihnen Zugang zu Fachinformationen rund ums Vatersein zu ermöglichen. Wir sehen jeden Vater einerseits in seiner individuellen Situation, unabhängig von Alter, Herkunft, Lebensstatus und anderen Unterschiedlichkeiten. Gleichzeitig stellen wir Verbindungen her zu parallelem Alltagserleben anderer Väter. Die Vater-Kind-Veranstaltungen sollen zudem ein Beitrag sein, Kindern ein angemessenes Heranwachsen zu ermöglichen. Denn neben den vielen Zeiten, die Kinder mit in ihren ersten zehn Lebensjahren unter der Obhut von Frauen verbringen, brauchen sie mannigfaltige und spürbare Beispiele von Männlichkeiten.