Leitlinien / Haltung

mannigfaltig e. V. – Institut für Jungen- und Männerarbeit versteht sich als Fachberatungsstelle für alle Interessierten und sämtliche Anliegen, die sich aus den Lebenswelten von Jungen und Männern ergeben. Wir unterstützen dabei, Problemlagen zu bewältigen und Chancen zu nutzen, die sich im Alltag konkret ergeben. Dabei sehen wir Jungen und Männer in dem Spannungsfeld zwischen den Problemen, die sie haben, und denjenigen, die sie machen.

mannigfaltig e. V. zeichnet sich besonders verantwortlich in der Begleitung und Bearbeitung der unterschiedlichsten Facetten von Grenzverletzungen und Gewalthandlungen, die entweder selbst begangen, selbst erfahren oder beobachtet worden sind.

Jungenarbeit verstehen wir als einen männlichkeitsbewussten Raum, in dem Jungen und männliche Jugendliche sowie Fachkräfte und Eltern (lebens-) praxisnahe Unterstützung erfahren. Dabei helfen wir ein eigenes, soziales Mann-Sein in widersprüchlichen Geschlechterverhältnissen zu finden. Wir unterstützen, das Heranwachsen von Jungen in der modernen Einwanderungsgesellschaft als Herausforderung zu verstehen.

Das bedeutet, dass auch weitere Themen des Alltags ressourcenorientiert aufgenommen werden wie etwa: Glaube, Moral und Ethik der Familie, interkulturelle vs. transkulturelle Lebenswelten der heutigen Jungen, Rassismus und andere Opfererfahrungen, allgemeiner Wertewandel, sexuelle Orientierung, transidente Lebensweisen …

 

Jungen- und Männerarbeit ist notwendig und wichtig, weil …

… immer mehr Jungen und Männer aufgrund der sich auflösenden traditionellen Männerrollen verunsichert sind und nach Orientierung suchen.

… Männer sich der Erziehung und der Beziehung zu den Jungen stellen müssen, um ihnen ein „sozialer Vater“ zu sein.

… zu einer Qualifizierung der Koedukation nicht nur die Mädchenarbeit, sondern auch die gezielte, reflektierte und antisexistische Jungenarbeit gehört.

… durch unsere patriarchale Gesellschaft auch Jungen und Männer durch (enge) Rollenvorgaben leiden.

… die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen aufgegriffen werden müssen (KJHG), um sie qualifiziert in die Begegnung mit ihnen einfließen zu lassen.

 

Wir setzen mit der pädagogischen Arbeit eng an den Lebenswelten von Jungen an, indem wir ihre vielfältigen Bedürfnisse aufgreifen. Wir möchten allen mit Jungen Arbeitenden (vor allem aber den Männern) eine jungengemäße Sicht nahe bringen. So verstehen wir das bewusste eigene Mann-Sein als eine Qualität, die in der jungen- und männerbezogenen Arbeit Konturen gewinnt. Jungen und Männer brauchen neben der qualifizierten und geschlechtsbezogenen Koedukation auch den geschlechtshomogenen Raum, um ihre eigenen Lebensweisen mit all den Verstrickung in Hierarchie und NORMalität zu entdecken und hilfreich zu verändern.

 

 

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